Ich lese mit grossem Erstaunen, dass sich eine grosse Facebook-Gemeinde dafür einsetze, dass Winterthur endlich zu seinem Starbucks kommt. – Hèh???… Das ist doch wahrscheinlich höchstens der Herr Starbuck himself, der uns beweisen will, dass er gar nicht mehr anders gekonnt habe, als uns Banausen endlich diesen ultimativen Ami-Kaffee nicht mehr länger vorzuenthalten.

Dieses Haus an der Ecke Marktgasse/Obergasse ist doch seit den Tagen des Café Feller, also seit der Optimierung des Liegenschaftenertrages, das Musterbeispiel einer Gastrokonzept-Ruine. Die Fachleute glauben zu wissen, was dem heutigen Yuppie-Menschen fehlt: Schnelles Essen wie in der Mensa, nur viel teurer und weniger abwechslungsreich, dafür in einer smarten Global-Abfütterungsatmosphäre. Und das Angebot muss so einfach und standardisiert sein, dass kein Fachpersonal (und vor allem kein ausgebildeter Wirt) nötig ist. Nur die Winterthurer machen nicht so recht mit. Sie sind noch nicht richtig instruiert, welche Hypes sie als Grossstädter eigentlich nachäffen müssten. Darum geht die Rechnung nie auf.

Wenn dann einmal das Restaurant Obergass oder das Schäfli am Oberen Graben von den Gastrokonzept-Fritzen so umgemodelt sind wie die Chässtube, dann ist dann Winti wirklich eine Grossstadt..