Tatsächlich? Sicher? Ja säg? Meinsch? Würklich?
Wie reagieren Sie verbal auf die Schilderung von Erstaunlichem?
Heute sagen viele „Scho?“ Zuerst Tiroler (A), dann Südtiroler (I), dann Bündner (CH). Jetzt – zu meinem Erstaunen – auch Zürcher und sogar Winterthurer. Irgendwie muss es aber schon etwas zu tun haben mit den Regionen des Raiffeisen-Bau- und Einrichtungsstils. Oder dann mit dem überhandnehmenden Aufkommen des zum Saufen animierenden alpenländischen Lederhosen-Klatsch-Musikstils à la Musikantenstadel und DJ Ötzi, vom Klostertal in Vorarlberg bis nach Kastelruth in Südtirol. Woher kommen solch komische Mödeli?
Ich glaube, dass es etwas mit der Frankenstärke zu tun hat und damit, dass viele Schweizer ihre Skiferien jetzt im günstigen Gaschurn, Ischgl, Lech, Seefeld oder Kitzbühel verbringen. Beim Après-Ski haben sie diesen Ballermann-Stil angenommen und skandieren alkoholgeschwängerte Weisen von der Sierra Madre, dem Stern, der deinen Namen trägt und Ähnlichem. Dabei übernehmen sie auch solche Mödeli wie das „Scho?“ und bringen es mit nach Hause. Nach Graubünden ist es schon vor ein paar Jahren auf gleichem Weg wie die Bären gekommen: die Gastarbeiter aus dem Südtirol haben das Engadin verbal infiziert. Und die zahlreichen „heruntergekommenen“ Bündner tragen so etwas schnell nach Zürich.
„Scho?“, meinen Sie? Ganz sicher!





