Gibt es unter den Gesunden, den Patienten, der Pharmaindustrie, den öffentlichen Spitälern, den Privatkliniken, den Spezialärzten, den Hausärzten, den Psychotherapeuten, den Physiotherapeuten, den Homöopathen, den Apothekern und den Krankenkassen überhaupt jemand, der ernstlich etwas gegen die steigenden Kosten im Gesundheitswesen unternehmen will? Und unter den Lobbyisten für all diese vielen Breiköche in den Parlamentskammern in Bern? Wir wissen mittlerweile, dass alle Beteiligten höchstens etwas von den anderen fordern, nur der eigene Pelz darf bei dieser Wäsche nicht nass werden. Auch haben wir uns seit Couchepins Zeiten daran gewöhnt, dass die untauglichen Bemühungen um eine Lösung ein Dauerthema bilden. Ebenso an die alljährlichen Aufschläge der Krankenkassenprämien. Indessen animiert uns die Werbung in sämtlichen Medien munter zu steigendem Konsum aller Dienstleistungen dieses Gesundheitswesens. Und das Jammern auf hohem Niveau wird zum blossen Scheingefecht. So lange es uns so super geht, können wir es uns ja leisten. So lange so viel Geld ausgegeben wird, muss man es ja wirklich nehmen.
Zurzeit halten uns die eidgenössischen Räte mit einer Übung hin, die am ehesten niemandem wehtun sollte. Die Bevorzugung von Mitgliedern in einer HMO- oder Hausarztmodell-Organisation mittels tieferen Selbstbehalts. Um die Sache zu komplizieren, wird das Versorgungsmodell unter dem aus den USA importierten Namen gehandelt: Managed Care. Unsere vier Landessprachen reichen wieder einmal nicht aus. So verwundert es nicht, dass nicht einmal alle Parlamentarier die Bezeichnung richtig aussprechen können, wie gestern bei der Ständeratsdebatte. Aber seit uns die einst volkstümlichen Krankenkassen vormachen, dass sie ebenso mondän und grossgekotzt daherkommen können wie die Finanzwirtschaftsgesellschaften (Banken, Versicherungen, Wirtschaftsprüfer, Beraterfirmen) schinden auch sie mit job titles und financial terms Eindruck, gleichgültig ob es das eigene Personal und die Prämienzahler verstehen.
Ein bekannter Zürcher Roschee würde in seiner Umgangssprache sagen: „Who cares?“






Findi guet! Ich has erfunde (Roschee)…