Ich träumte, ich sei der Stadtpräsident. Die Vorzimmerdame meldete mir ganz aufgeregt, Herr Benno Selferini sei da und wolle mich dringend sprechen. Ich räumte schnell die Pläne für das neue Stadtverwaltungsgebäude beiseite und sagte, ich lasse bitten.
Auch Herr Selferini war sehr aufgeregt, aber irgendwie auch in sehr freundlicher Stimmung. Er ärgere sich über die diversen um das Archareal werweisenden Investoren, welche so larmoyant über die beschränkten Renditemöglichkeiten jammerten und die nötige Entschlusskraft zur Schaffung einer zukunftsweisenden, der Stadt wohl anstehenden Nutzung der zentral gelegenen Parzelle nicht aufbrächten. Die kantonale Pensionskasse BVK, wegen ihrer Anlagepolitik schwer rufgeschädigt, könne sich doch sowieso keinen mutigen Wurf leisten. Und auf einen teuren Lumpenhändler mit spanischen Fummeln habe ausserhalb des Schluuchs sowieso niemand gewartet.
Er besitze in der Gegend ein sehr grosses Haus, es sei vielmehr ein eigentlicher Turm, welchen in Anbetracht des riesigen Anlagewerts niemand haben wolle und der deshalb leer stehe. Er sei des leeren Turms nun leid und überlege sich, die Vitotorre GmbH zu einem Schnäppchenpreis abzustossen. Die Stadt solle das Archareal behalten und es ihm im Baurecht überlassen. Mit dem Erlös vom Turm wolle er der Stadtbevölkerung auf dem Gelände ein bleibendes Geschenk machen: ein richtig schönes neues Parkhaus,
einen Park mit Gartenrestaurant, praxistauglichem Konzertpavillon und einem Eulachstrand mit dem ans Tageslicht geholten Flüsschen. In der Meisenstrasse plane er die Talstation einer Standseilbahn zum Heiligberg. Die Bahn, nach dem Vorbild der VBZ-Bahn ins Zürcher Rigiviertel, wolle er Stadtbus schenken.
Im Traum sah ich die plastischen Schilderungen allesamt bereits verwirklicht. Aus dem Bähnchen winkte ich den fröhlichen Velofahrern zu, welche unter dem Trassee hindurch auf dem neuen Veloweg dahin pedalten. Der Ruck beim Anhalten weckte mich unsanft..



